Unterschiedliche Beinlängen durch Behandlung ausgleichen

Unterschiedliche Beinlängen durch Behandlung ausgleichen

Täglich kommen Patienten mit unterschiedlichen Beinlängen in die Praxis. Oft sind sie mit Schuheinlagen versorgt: auf der Seite mit dem kürzeren Bein ist die Schuheinlage dicker.

In den meisten Fällen kann ich in einer einzigen Behandlung mit Osteopathie und Akupunktur ein gerades Becken und gleich lange Beine wiederherstellen. Denn fast immer sind die Beine nicht wirklich unterschiedlich lang sondern nur scheinbar. Wenn nämlich das Becken auf einer Seite nach hinten oder vorne verdreht ist wird das Bein auf derselben Seite kürzer oder länger. Ich sage deswegen immer, dass das Bein scheinbar kürzer oder länger ist. Absolut kürzer oder länger gibt es praktisch nur nach manchen drastischen Unfällen, Krankheiten oder Operationen der Beine und Hüftgelenke, z. B. wenn die Wachstumsfuge beim Kind verletzt wurde oder wenn nach einer Hüft-TEP-Operation der Oberschenkel verkürzt wurde.

Wenn nun ein Patient vom Arzt untersucht wird und das Becken steht schief, dann bekommt er häufig Schuheinlagen verordnet, unterschiedlich dicke, wonach der Patient wieder gerade steht. Aber das ist in der Regel eine ungesunde Lösung des Problems.

Denn das schiefe Becken muss nicht schief bleiben. Durch Behandlung kann man meistens das Becken entspannen und normalisieren. Mit osteopathischen Untersuchungen kann man v. a. klären wodurch das Becken schief wurde. Am häufigsten finde ich dabei Spannungen im Innerem des Beckens und im Unterbauch. Es macht mir immer eine Freude zu sehen, dass mit wenigen sanften osteopathischen Griffen am z. B. Unterbauch die Beine danach sofort genau parallel sind, womit der Verdacht was hier Ursache und Folge eigentlich ist bestätigt wird.

 

Aus dieser Sicht sind unterschiedlich dicke Schuheinlagen wegen scheinbar unterschiedlich langen Beinen eine unglückliche Maßnahme, denn dadurch kann der Körper nicht die vorher entstandene Verdrehung und Spannung selbst lösen. Diese bleiben wegen der verordneten Schuheinlage konserviert und mit der Zeit gibt es immer mehr Störungen, immer weiter entfernt, z B. bis zum Kopf wie etwa Zähneknirschen oder Spannungskopfschmerzen.