Behandlung von Schulterschmerzen ohne die Schulter direkt zu behandeln

Behandlung von Schulterschmerzen ohne die Schulter direkt zu behandeln

Vorgeschichte

Eine 55-jährige Patientin kommt wegen Schmerzen in der linken Schulter. Die Beweglichkeit der Schulter ist deutlich reduziert. Durch die bisherige Behandlung mit Schmerzmitteln, Spritzen in die Schulter sowie Physiotherapie in 12 Sitzungen sind Schmerz und Beweglichkeit ca. 50 % besser geworden, aber die noch bestehenden Beschwerden stören der Patientin dennoch ganz erheblich. Insgesamt bestehen die Schultersymptome seit über ein Jahr.

Behandlung

Zunächst wird gefragt welche weiteren Beschwerden oder Symptome vorliegen.
Die Patientin hat immer wieder Beschwerden im Bauch: Sodbrennen, Reizmagen, Durchfall. Bei der Frage nach Unfällen sagt sie, dass sie vor vielen Jahren mit dem linken Fuß umgeknickt ist und fast ein Jahr Schmerzen am Außenknöchel links hatte.

Bei der Untersuchung bekomme ich den Eindruck, dass die stärkste Spannung nicht von der linken Schulter sondern vom Bauch linksseitig kommt. Auch Störungen des knöchernen Beckengerüsts wie Kreuzbein-Darmbeinblockierung (ISG-Blockierung) und eine Verdrehung des linksseitigen Beckens nach hinten werden gefunden und behandelt. Das  s-förmige Endstück des Dickdarms (Sigma), das linke Nierenlager und der Magen mitsamt Speiseröhre werden osteopathisch mit den Händen entspannt. Eine erneute Überprüfung der Spannungsverhältnisse zeigt, dass die Hauptspannung jetzt deutlich geringer ist. Jetzt werden noch der linke Fuß und der Unterschenkel behandelt, wo jahrelang Spannungen seit dem Umknickunfall bestehen.

Nach Behandlung vom Bauch links, Becken links und Fuß/Unterschenkel links (alles in einer ersten Sitzung)  wird die Beweglichkeit der linken Schulter erneut getestet: die Patientin kann jetzt die Schulter frei und ohne Schmerzen bewegen. Und das obwohl die Schulter noch gar nicht behandelt wurde. Jetzt werden noch schmerzhafte Muskelansätze der Schulter mit Laser bzw. mit Nadeln kurz behandelt.

Also waren die wichtigsten Ursachen für die Schulterstörung in diesem Fall nicht dort zu finden, wo die Patientin am meisten Schmerzen hatte. Lohnender zu behandeln waren Körperbereiche, die sich nicht primär über Schmerzen meldeten (Reizmagen, Durchfall, wenig Elastizität des linken Fußes).

Nach insgesamt 5 Behandlungen hatte die Patientin eine fast problemlose linke Schulter sowie das Gefühl, im ganzen Körper leichter und elastischer zu sein. Mindestens so froh war sie, dass sie keine Störungen im Bauch mehr hatte, obwohl das gar nicht der Anlass war, zu uns zu kommen. Die Bauchstörungen nannte sie vor Ärzten nicht, weil sie davon ausging, dass diese unausweichlich bzw. rein psychisch bedingt wären.